2017 D / Kocher-Jagst-Rems

„Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz.“

Hermann Löns (1866-1914)

Einführung

In diesem Jahr wollen die jungen Rennradfahrer (10 und 13 Jahre) mit dem Opa wieder eine mehrtägige Tour unternehmen. Ihr Papa ist diesmal beruflich verhindert.

Eine Tour entlang der Flüsse Kocher, wenige Kilometer am Neckar, dann Jagst, kurz Leine und schließlich Rems überzeugt sie. Der Kocher-Jagst-Radweg mit 332 km Radweg zählt zu den beliebtesten Radtouren in Deutschland – siehe http://www.kocher-jagst.de/. Beide Flüsse münden nahe beieinander in den Neckar.

Kocher Jagst

Anders als Kocher und Jagst, deren Quellen im selben Gebiet entspringen, fließt die bei Essingen entspringende Rems gen Westen und in Remseck in den Neckar – siehe http://www.fahrrad-tour.de/Remstal/Remsradweg.htm.

Rems

Überall finden wir gute Wege, auch für die Fahrt mit dem Rennrad. Zum ersten Mal fahren wir aber mit KLICKfix Fahrradtaschen und einem Rucksack zu den bereits von mir gebuchten Hotels.

Alles Weitere über die Tagesetappen finden Sie hier. Die zu sehenden  Bilder  können durch  anklicken  vergrößert werden.

Tourübersicht

Über diese Tour

 Tagesinhalte
Links zu Komoot
Mo., 03.07.2017, Abtsgmünd - Künzelsau  www.komoot.de/tour/12883370
Di., 04.07.2017, Künzelsau - Jagsthausen  www.komoot.de/tour/12883665
Mi., 05.07.2017, Jagsthausen - Crailsheim   www.komoot.de/tour/12896664
Do., 06.07.2017, Crailsheim - Schwäbisch Gmünd  www.komoot.de/tour/13633196
Fr., 07.07.2017, Schwäbisch Gmünd - Korb  www.komoot.de/tour/13633364
Mo., 03.07.2017, Abtsgmünd - Künzelsau

Oma fährt uns in knapp 1 Stunde mit dem Auto an den Start in Abtsgmünd. Hier beginnt unsere 380 km lange Radtour. Die heutige Strecke folgt dem Flusslauf und weist nur geringe Steigungen auf. Zwischen Gaildorf und Rosengarten-Westheim haben wir ein kurzes Gefälle (17 %), das äußerste Vorsicht verlangt.

Entlang unserer Strecke ist es überwiegend ruhig. Nur zwischen Abtsgmünd-Reichertshofen und Untergröningen müssen ca. 3,5 km auf dem 1,5 m breiten Gehweg entlang der B19 gefahren werden. In der ehemaligen Reichsstadt Schwäbisch Hall mit einem lebendigen wirtschaftlichen und kulturellen Leben schauen wir uns die Altstadt an und machen Pause. Am Kurbad haben die Jungs viel Spaß an einem neuen Spielplatz.

Nach Schwäbisch Hall kommen wir an den Punkt, wo der Autobahnverkehr auf der A6 von Heilbronn nach Nürnberg auf der hohen, langen Kochertalbrücke über uns fährt.

An einem sonnigen Tag erreichen wir unser Tagesziel Künzelsau (15 Tsd. Einw.). In einem Seniorenstift das wir passieren, besuche ich noch überraschend einen lieben, betagten Freund, was große Freude auslöst.

In wenigen Minuten sind wir in dem gebuchten Hotel. Sehr anziehend wirkt auf uns das Hallenbad, wo wir uns erfrischen können. Den Enkeln ist nicht anzumerken, dass sie heute 84 km gefahren sind!

Tagesergebnis: 84 km, 401 hm, 544 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 19,0 km/h

Di., 04.07.2017, Künzelsau - Jagsthausen

Von Künzelsau über Forchtenberg und Neuenstadt fahren wir auf besten Wegen zur Mündung des Kochers in den Neckar bei Bad Friedrichshall. Rebhänge und pure Natur wechseln sich ab mit Burgen und Schlössern.

In Bad Friedrichshall, wo wir eine Mittagspause einlegen, treffen wir auf drei weitere Fernradwege: Neckartal-Radweg, Burgenstraßen Radweg sowie den Radweg Deutsche Fachwerkstraße. Bei über 30° C sitzen wir im Garten des Restaurants und haben einen schönen Blick hinunter auf den unmittelbar hier vorbeifließenden Neckar, wo einige Schiffe uns passieren.

Gleich anschließend fahren wir ins Jagsttal, wo wir über Möckmühl nach Jagsthausen kommen. Hier sehen wir vermehrt Rebhänge sowie idyllische Dörfer und die sanften Windungen der Jagst. Nahezu kein Ort liegt auf dieser Strecke, an dem man nicht Götz von Berlichingen, dem Ritter mit der eisernen Faust und Erfinder des "Schwäbischen Grusses" begegnen würde. In Jagsthausen kam er zur Welt, Möckmühl und Krautheim waren Stationen seines abenteuerlichen Lebens, in Kloster Schöntal wurde er beigesetzt.
Weltberühmt sind die Burgfestspiele in Jagsthausen, wo Goethes "Götz" neben anderen Stücken im Schlosshof aufgeführt wird. An etlichen Wirkungsorten erinnern Gedenkstätten und Museen an das Schicksal des Ritters aus der Zeit des Bauernkriegs.

„Aber Marx Stumpf von Schweinberg streckte nur den Kopf aus einem Fenster der Burg und schimpfte hinunter,
worauf Götz zurückschrie, der Amtmann möge ihn hinden lecken.“

Toll, in diesem legendären Jagsthausen (1.500 Einw.) zu übernachten. Nach dem guten Abendessen im Restaurant "Rotes Schloss" gehen wir ums Schloss und besichtigen den Ort.

Tagesergebnis: 95 km, 500 hm, 520 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 19,2 km/h

 

Mi., 05.07.2017, Jagsthausen - Crailsheim

Vorbei an den Hohenloher Residenzstädten Langenburg und Kirchberg führt uns die Tour nach Crailsheim. Heute zeigt das Thermometer auch mal 34°C an! Trotzdem bewältigen wir auch die heutigen Steigungen, die nach Langenburg öfters vorkommen und länger sind als gestern. Vom eingeschnittenen Jagsttal kommen wir heute auf die Weite der Hohenloher Ebene.

Der Blick aufs Kloster Schöntal und die Beschreibungen machen die Geschichte deutlich. In sanften Windungen führt danach der Radweg über Krautheim, der Stadt des Götzenspruchs, nach Dörzbach, begleitet von Weinbergen.

Direkt am Radweg in Mulfingen besichtigen wir die St. Anna Kapelle. Bereits zu altgermanischer Zeit befand sich dort eine Heilquelle. Am 26. Juli wird der St. Annatag gefeiert. Vor der Kapelle finden schon in der Frühe Gottesdienste für die Wallfahrer statt, die Feierlichkeiten werden mit einer Lichterprozession am Abend beendet.

Wir sehen auch die wehrhafte Burgruine Leofels und danach die Silhouette von Kirchberg, der "Perle des Jagsttals". Die letzten Kilometer der heutigen Strecke sind bequem und leicht erreichen wir Crailsheim-Roßberg (35 Tsd. Einw.), wo wir übernachten.

Tagesergebnis: 83 km, 434 hm, 648 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 17,9 km/h

 

Do., 06.07.2017, Crailsheim - Schwäbisch Gmünd

Leicht lässt es sich auf gutem Radweg durch die Innenstadt Crailsheim fahren. Ein Teil der Radstrecke wird straßenbaulich bearbeitet, weshalb wir ein paar Umleitungen fahren müssen, bevor wir in die schöne Innenstadt Ellwangen mit seiner weithin sichtbaren Wallfahrtskirche und dem gegenüberliegenden Schloss kommen.

Das Ellwanger Seenland wurde vor mehr als 30 Jahren angelegt. Die12 Seen unterschiedlicher Größe, ursprünglich als Hochwasserschutz gedacht, haben sich inzwischen in die hügelige Landschaft so eingepasst, als seien sie schon immer dagewesen. Es ist eine beliebte Freizeitregion, in der Baden, Boot fahren, Surfen, Segeln möglich sind.

Nach einer Pause an einem dieser Seen verlassen wir den Jagstweg, fahren zurück an den Kocher und erreichen unseren Ausgangsort Abtsgmünd. Hier mündet der kleine Fluss Lein in den Kocher. An diesem fahren wir etwa 8 km entlang und kommen nach Heuchlingen. Von dort aus haben wir ca. 100 hm zu bewältigen und fahren bald darauf hinab nach Böbingen im Remstal. Auf einer Nebenstraße fahren wir 2 km und erreichen den Remstal-Radweg, der uns in die wunderschöne Altstadt Schwäbisch Gmünd (60 Tsd. Einw.) führt.

Im schönen Hotel in Park- und Innenstadtnähe besucht uns Oma und nimmt viel Gepäck mit, sodass wir es auf der letzten Etappe noch leichter haben.

Tagesergebnis: 77 km, 410 hm, 510 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 18,7 km/h

Fr., 07.07.2017, Schwäbisch Gmünd - Korb

Nach stärkendem Frühstück beginnt unsere letzte Etappe. Nach 3 Kilometern Fahrt kommt ein Gewitter, das glücklicherweise nur 15 Minuten dauert. In dieser Zeit können wir an einem Blumengeschäft unterstehen.

Danach geht es weiter nach Lorch. Da sehen wir schon von Weitem das dortige Kloster, das aus staufischer Zeit stammt und schon im Jahre 1102 gestiftet wurde. Heute ist dort ein Altenheim, aber auch Konzerte finden immer wieder in der Kirche statt.

Durch Lorch geht es weiter nach Waldhausen, vorbei an Plüderhausen und Urbach nach Schorndorf. In der wunderschönen Innenstadt mit viel Fachwerk, der alten Stadtbefestigung und dem Burgschloss lohnt sich immer eine Pause.

Weiter fahren wir der Rems entlang nach Winterbach, und über Grunbach nach Großheppach, letztlich noch 2 km weiter zu unserem Endziel Kleinheppach.

Die Jungs sind spitze gefahren, keiner von uns ist gestürzt und es gab nur einen Blattfuß. Alles Geplante ist prima gelungen.

Tagesergebnis: 41 km, 75 hm, 180 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 20,8 km/h

 

 

„Hast du eine gute Idee, führe sie sofort aus.
Es könnte sein, dass jemand anderer die gleiche Idee hat.
Der Erfolg gehört dem, der sie zuerst ausführt.“

(von H. Jackson Brown Jr.)