2017 D / Dresden-Korb

Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren.”

John F Kennedy (1917 - 1963)

 Tagesinhalte

Links zu Komoot

 Einführung  
Mo., 07.08.2017, Dresden – Olbernhau (1) www.komoot.de/tour/16857311
Di., 08.08.2017, Olbernhau – Waldsassen (2) www.komoot.de/tour/16859214
Mi., 09.08.2017, Waldsassen – Oberpfraundorf (3) www.komoot.de/tour/16861042
Do., 10.08.2017, Oberpfraundorf – Wemding (4) www.komoot.de/tour/16869074
Fr., 11.08.2017, Wemding – Korb  

Einführung

In den Jahren 2000, 2001 und 2010 habe ich schon mit Freunden und meinen Söhnen Rennradtouren durchs Erzgebirge gemacht.

Auch dieses Jahr möchte ich meinem Freund, mit dem ich schon die Alpen und Pyrenäen durchquert habe, das schöne Erzgebirge zeigen und ich frage mich, ob sich viel verändert hat. Die Gelegenheit ergibt sich dadurch, dass ich zur Einschulung meines Enkels in Dresden bin. Mein Freund kommt nach Dresden und zwar mit dem Flix-Bus.

Am Montag, dem 7. August 2017, starten wir unsere lt. Planung 624 km lange Rennradtour, die wir in 5 Tagen fahren möchten. Die Wetterprognose ist für die ersten Tage recht gut, am Schluss könnte es kritisch werden. Das wissen wir im Voraus.

Alles Weitere über die Tagesetappen finden Sie hier. Die zu sehenden  Bilder  können durch  anklicken  vergrößert werden.

Tour Übersicht DD Khp 

Mo., 07.08.2017, Dresden – Olbernhau (1)

Von Dresden-Pappritz fahren wir zwei Rennradler mit kleinem Rucksack auf dem Rücken über Gönnsdorf, Gunnersdorf den Helfenberger Weg und Grund Richtung Elbe hinunter. In Hosterwitz überqueren wir mit der Fähre die Elbe. Ab Kleinluga geht es bergauf, danach vorbei an einer großen Apfel- und Pflaumenplantage nach Röhrsdorf. Über Lungkwitz, an den Flüsschen Logwitzbach und Haselbach entlang, wollen wir nach Reinhardtsgrimma kommen. Jedoch erklärt uns ein Notarzt-Chauffeur, dass die durch Straßenbau gesperrte Strecke von uns nicht bewältigt werden kann, deshalb fahren wir den Umweg entlang am Flüsschen Hirschbach über den Ort Hirschbach nach Dippoldiswalde. Erst dann erreichen wir Niederfrauendorf. Wieder begleitet uns ein Stück weit der Fluss Lockwitzbach. Einige Höhenmeter liegen hinter uns als wir Schmiedeberg passieren. Nach dem Kurort Kipsdorf führt eine schöne Straße hinauf zum heutigen höchsten Punkt bei Neuhermsdorf. Kräfte sparen wir auf einer Abwärtsstrecke ca. 12 km. Dann geht es ca. 7 km auf und ab, während wir die letzten 10 km zum Tagesziel Olbernhau (12 Tsd. Einw.) überwiegend abwärts fahren. Die Temperatur steigt heute bis auf 28 °C.

Leider ist das Restaurant des gebuchten Hotels (am Fluss Flöha) heute geschlossen, jedoch erhalten wir in einem etwa 500 m entfernten Ristorante ein stärkendes Abendessen.

Tagesleistung: 94 km, 1.424 hm, 1.204 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 18,80 km/h.

 

Di., 08.08.2017, Olbernhau – Waldsassen (2)

Wir verlassen die geschäftige Kleinstadt Olbernhau bei bestem Sommerwetter und fahren sehr bald entlang der tschechischen Grenze auf einer guten und sehr verkehrsarmen Straße nach Rübenau. Im Erzgebirge führt unsere Straße weiter bergauf über die Orte Kühnhaide, Reitzehain, Neue Welt. Kurz vor dem Ort Satzung geht es südwärts und wir überqueren die Grenze auf einem Trampelpfad nach Tschechien (Česko). Auf einem sehr schlechten Weg erreichen wir die Höhe 900 m. Dann geht es auf einer Straße voller Schlaglöcher und Unebenheiten hinab an den großen Stausee in Preßnitz (tschechisch Vodní nádrž Přísečnice), 730 Höhenmeter. Die Talsperre befindet sich auf der böhmischen Seite des mittleren Erzgebirges und in der Nähe der deutschen Stadt Jöhstadt.

Ab dem Stausee ist die Straße besser. Wir kommen nach Vejprty und fahren parallel zur deutschen Straße. In Loučná verlassen wir Tschechien und durchqueren Oberwiesenthal (914 m). In der Stadt haben um die Mittagszeit fast alle Läden geschlossen, weshalb wir auf eine Kaffeepause verzichten. Hinauf nach Ehrenzipfel, wo wir dann 1.080 m Höhe erreichen, fahren wir wieder durch Tschechien auf meist schlechten Straßen abwärts, vorbei an Nové Hamry und Nejdek. In dieser Region findet Kohleabbau über weite Flächen statt, weshalb uns diese Region nicht gefällt. Jedoch sind die Straßen jetzt viel besser und wir fahren über Vřesová, Lomnice, Svatava und Sokolov. Jetzt geht es entlang der Eger (tschechisch Ohře), die im Fichtelgebirge entspringt, durch Tschechien fließt und auch hier bei Litoměřice (deutsch Leitmeritz) in die Elbe fließt. Der Eger Radweg ist sehr gut und führt durch eine schöne Landschaft. Südlich an Cheb (dt. Eger) vorbei, erreichen wir auf fast ebener Strecke in dem Örtchen Egerteich wieder Deutschland und nach knapp 10 km unser Ziel Waldsassen (ca. 7 Tsd. Einwohner).

Die Temperatur steigt heute bis auf 32°C, meistens haben wir heute auch starken Gegenwind, der uns Fahrzeit und Kraft raubt.

In den Jahren 2000, 2001 und 2010 bin ich mit dem Rennrad in verschiedenen Gebieten des Erzgebirges gefahren. Heute ist die Natur in den Grenzgebieten viel prächtiger als damals.

Meine Frau ist schon hier, bringt uns neue Kleidung und fährt morgen mit unserer gebrauchten Kleidung nach Hause. Nach einem stärkenden Abendessen spazieren wir durch die schöne Stadt, die das kulturelle Zentrum des Oberpfälzer Stiftlandes ist, geprägt durch die christliche Religion.

Tagesleistung: 148 km, 1.825 hm, 1.793 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 18,7 km/h.

 

Mi., 09.08.2017, Waldsassen – Oberpfraundorf (3)

In der Nacht zum heutigen Tag regnet es heftig, aber um 9 Uhr sind die Straßen trocken, warme Temperatur und sonniger Himmel ermöglich eine angenehme Tagestour.

Hügelig geht es über Tirschenreuth, Plößberg, Floß in die schöne Stadt Weiden in der Oberpfalz (42 Tsd. Einw.). Von hier aus sehen wir sehr viele Hinweise auf Radwege. Wir fahren den Naab-Radweg, der uns durch eine wunderschöne Landschaft führt, entlang schöner Felsen und Orte. Zwischen Weiden und Schwarzenfeld fahren wir auch mal nahe an der Autobahn A6.

Unsere festgelegte Strecke zwingt uns, nach Kallmünz das schöne Tal zu verlassen und 8 km zu unserem Übernachtungsort Oberpfraundorf hinaufzufahren.

Leider haben die Hoteliers uns vergessen und ihr Restaurant ist heute geschlossen, ohne dass wir informiert wurden. Trotzdem bekommen wir schöne Zimmer und werden zum Abendessen in ein paar Kilometer entferntes sehr gutes Restaurant gefahren und später wieder abgeholt. Das ist echter Service, trotz Ruhetag.

Eine wunderschöne Tagesetappe bei bestem Wetter, schöner Landschaft und guten Straßen beenden wir sehr glücklich.

Tagesleistung: 135 km, 1.053 hm, 1.026 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 21,20 km/h. 

 

Do., 10.08.2017, Oberpfraundorf – Wemding (4)

Unsere gestern Abend gewaschene Radbekleidung ist heute Morgen ganz trocken. Nach guter Nacht, aber etwas dürftigem Frühstück, starten wir diese hügelige Etappe. Auf guter und sehr ruhiger Strecke geht es über Beratzhausen hinab ins Altmühltal nach Dietfurt.

Manche Streckenabschnitte am Altmühlradweg sind aus losem Untergrund und deshalb für Rennradfahrt nicht zu empfehlen. Landschaftlich ist es beeindruckend, besonders Eichstätt ist ein Aufenthalt wert. Die Stadt ist Sitz des Landkreises sowie der Verwaltung des Naturparks Altmühltal, außerdem Bischofssitz des Bistums Eichstätt und Hauptsitz der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Hier stärken wir uns in einem Café.

In Treuchtlingen verlassen wir das Altmühltal. Der Himmel ist nicht mehr nur grau, sondern jetzt werden wir im heftigen Regen die letzten 50 km durch und durch gewaschen. Nur der Rucksack ist gut „eingepackt“, so dass der Inhalt trocken bleibt. Leider ist die letzte Strecke des heutigen Tages, kurz vor Wemding zum Erlenhof, entgegen der Internet-Darstellung nicht Straße, sondern grober Schotterweg. Dabei verändert sich dann in diesem Regen und bei der Temperatur von nur noch 11 °C unser Aussehen. Wir sehen nur noch wenig, erreichen glücklicherweise durch die Wegweisung einer Frau unser gebuchtes Hotel in der historischen Kleinstadt Wemding. Obwohl wir schmutzbedeckt und pitschnass sind, werden wir außerordentlich freundlich im Hotel aufgenommen. Ein delikates Abendessen stärkt uns und gute Getränke wärmen uns von Kopf bis Fuß.

Tagesleistung: 140 km, 1.070 hm, 1.050 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 20,90 km/h. 

Fr., 11.08.2017, Wemding – Korb

Bedingt durch den grauen, regnerischen Himmel und kaltes Wetter, verzichten wir auf die letzte Etappe.

Das überaus hilfsbereite Hotelpersonal hat uns Fahrpläne eines Omnibusses nach Nördlingen und des Zuges in die Heimat ausgedruckt. Nach einem sehr guten Frühstück telefoniere ich mit dem Omnibusunternehmen, dessen Chef die Mitnahme der Rennräder ausnahmsweise erlaubt. Problemlos erreichen wir den Bahnhof in Schorndorf, wo uns meine Frau mit dem entsprechenden Fahrzeug abholt. Mein Freund und ich erreichen unser Zuhause glücklich und beeindruckt von dieser Rennradtour.

Diese Tour mit Fahrrad-Rucksack ist insbesondere in Bergstrecken anstrengender gewesen als alle bisherigen Touren ohne Last auf unserem Rücken.

 

„Ich fahre nicht Rad, um mein Leben um Tage zu ergänzen. Ich fahre Rad, um meine Tage mit Leben zu ergänzen.”

Unbekannt