2015 I / Brenner-Sizilien

"Suche Gelegenheiten, andern Leuten
den Eindruck zu vermitteln,
dass man sie nötig hat und schätzt."

(H. Jackson Brown Jr., Nr. 363)

Einführung

 

 

In diesem Jahr wollen wir uns den Wunsch der Rennradtour vom Brenner nach Sizilien erfüllen.

Wir sind 3 Rennradfahrer, die schon öfters miteinander gefahren sind.

Begleitet werden wir mit meinem Auto, das von unserem Freund gefahren wird, der schon in den USA und Pyrenäen bestens unser Fahrer war.

Entschieden haben wir uns für den September, weil dann nicht mehr so viele Urlauber und Fahrzeuge unterwegs sind und nicht mehr so viele Gewitter vorkommen.

 

 

Anschließend ein Blick auf das Geschehen.

 

By TUBS [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

By TUBS [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

I Etappen

Über diese Tour

 Tagesinhalte

 Links 

 So., 06.09.2015: Autofahrt von Korb nach Steinach am Brenner  
 Mo., 07.09.2015, Brennerpass - Matarello (1)  www.komoot.de/tour/4285584
 Di., 08.09.2015, Matarello - Gualtieri (2)  www.komoot.de/tour/4306069
 Mi., 09.09.2015, Reggio nell’Emilia – Lucca (3)  www.komoot.de/tour/4306597
 Do., 10.09.2015, Pisa – San Gimignano (4)  www.komoot.de/tour/4307116
 Fr., 11.09.2015, Siena - Santa Maria (5)  www.komoot.de/tour/4307316
 Sa., 12.09.2015, Ponte della Lama – Capestrano (6)  www.komoot.de/tour/4311104
 So., 13.09.2015, Francavilla – Termoli (7)  www.komoot.de/tour/4308297
 Mo., 14.09.2015, Manfredonia – Altamura (8)  www.komoot.de/tour/4307939
 Di., 15.09.2015: Paola - Pizzo (9)  www.komoot.de/tour/4308202
 Mi., 16.09.2015, Palazzola Acreide - nach 2 km Unfall!!! (10)  www.komoot.de/tour/4673253
 Do., 17. bis Sa., 19.09.2015 Heimreisen  

Die zu sehenden  Bilder  können durch  anklicken  vergrößert werden.

So., 06.09.2015: Autofahrt von Korb nach Steinach am Brenner

Die Anreise zum Beginn der Tour führt durchs Allgäu, über den Fernpass – wie immer starker Autoverkehr! - und die Brennerautobahn. Nach ca. 355 km erreichen wir A/Steinach wo wir in einem Hotel übernachten. Leider ist es kühl und regnerisch. Das Abendessen findet in einem örtlichen Restaurant statt.

Mo., 07.09.2015, Brennerpass - Matarello (1)

Bei wesentlich besserem Wetter erwachen wir. Mit dem PKW erreichen wir nach 12 km den Grenzübergang am Brenner. Jetzt beginnt die Radtour, im wohlbekannten Südtirol. Bald geht es kräftig abwärts. Anstiege sind nie mehr als 50 hm. Es geht auf Radwegen durch Brixen - jetzt ist es sommerlich und wir können alle warme Kleidung ablegen -, Bozen, wo wir eine Pause machen, danach vorbei an den vielen Weinbergen und der Stadt Trento, letztlich in den Ort Matarello. Etwas außerhalb dieses Ortes übernachten wir in einem Albergo in ruhiger Umgebung.
Heute befinden wir uns in der Provinz Trentino-Südtirol, bekannt u.a. als Weinland, Wanderer- und Radsportregion.

Tagesleistung: 172 km, 418 hm, 1.554 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 28,20 km/h.

Di., 08.09.2015, Matarello - Gualtieri (2)

Etwa 60 km haben wir heute auch als Radwege. Die Abstecherpause am schönen Gardasee fordert von uns heute auch etliche Höhenmeter. Im Weiteren passieren wir schöne Städte, nach ca. 130 km Mantova, das am Ufer des Flußes Mincio liegt. Die Stadt ist ein reizvolles Reiseziel in der Lombardei. Bei km 160 wollen wir den Po überqueren (mit 652 km längster Fluß Italiens, ausgedehntes Delta von etwa 380 km²), was aber aufgrund einer Brücken-Sanierung nicht gelingt. Nun heißt es einen langen Umweg zurückzulegen, weshalb wir dann bei Gualtieri die Tour beenden, ca. 16 km früher als geplant.

„Die Provinz Reggio Emilia ist eine italienische Provinz der Region Emilia-Romagna. Hauptstadt ist Reggio nell’Emilia, die ca. 173 Tsd. Einwohner hat. Die Provinz ist eingeschlossen zwischen dem Po im Norden und dem Kamm des Apennin im Süden. Die italienische Nationalfahne ist Reggio Emilia zu verdanken, denn die grün-weiß-rote Fahne, auf italienisch Tricolore, die Dreifarbige, genannt, hat dort ihren Ursprung. Ganz in der Nähe von Reggio Emilia soll sich auch der heilige Wald der Gallier, der Selva Litana befunden haben, wo ein Heer der Boier 218 vor Christus mehrere römische Legionen (25.000 Mann) unter dem Kommando von Lucius Postumius Albinus bis auf den letzten Mann niedermetzelte. Nach 900 geriet Reggio unter die Herrschaft der Familie Canossa, einer langobardischen Hochadels-familie, deren Stammburg Canossa sich einige Kilometer südwestlich von Reggio befand“ (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Reggio_nell%E2%80%99Emilia).

Viele kenn die Redensart „den Gang nach Canossa gehen“, d.h., sich demütigen/erniedrigen/unterwerfen (müssen) - Reue zeigen (müssen) - sich unterwürfig entschuldigen (müssen) - jemanden um Vergebung bitten (müssen).

Fahren werden wir heute durch vier Provinzen: Südtirol, Venezien, Lombardei und zuletzt durch die Emilia-Romagna. Nach dieser längsten Strecke unserer Italien-Tour übernachten wir nahe der Innenstadt von Reggio nell’Emilia.

Tagesleistung: 183 km, 579 hm, 791 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 25,30 km/h.

Mi., 09.09.2015, Reggio nell’Emilia – Lucca (3) 

Am Anfang haben wir eine leichte Steigung, entlang des Flusses Seccia. Ab etwa km 50 beginnt eine starke Steigung über den Apeninn gen Südwesten. Über viele Serpentinen und durch etliche Wälder geht es über Farneta, Province Modena, zunächst hinauf an die Straßenkreuzung am Passo delle Radici, 1529 m. Anschließend müssen wir nochmals ca. 2 km kräftig aufwärts zum bekannten San Pellegrino In Alpe, 1.630 m, den wir nach den heute gefahrenen 85 km erreichen. Diese Strecke ist für Rennradfahrer der schwierigste Anstieg im nördlichen Apennin.

Danach folgt eine ca. 15 km lange Abfahrt in die Stadt Castelnuovo Gargfagnana, wo wir eine Pause einlegen können. Die letzten ca. 35 km gehen überwiegend abwärts in die Stadt Lucca.

Lucca hat ca. 90 Tsd. Einwohner. Es liegt in der Toskana und ist die Hauptstadt der Provinz Lucca. Wir finden sie im Tal des Flusses Serchio, ca. 20 km nordöstlich von Pisa und 20 km östlich der toskanischen Küste. Im 13. und 14. Jahrhundert zählte Lucca zu den einflussreichsten europäischen Städten. Große Bedeutung hatte insbesondere die Textilindustrie. Die großen Plätze, die romanischen Kirchen und die mittelalterlichen Türme zeugen heute noch von der einstigen Bedeutung dieser Stadt. Ihre von vier Toren durchbrochenen Befestigungsanlagen wurden 1504 begonnen und 1645 fertig gestellt und zählten lange zu dem bemerkenswertesten Italiens. Sie sind heute noch gut erhalten.

Die Schönheit der Toskana soll mit einem Zitat aus „Highlights Toskana“ von Bruckmann gezeigt werden:
„Die Toskana, die wohl vielseitigste Region Italiens, wartet auf mit traumhaften Landschaften, mit Zypressen und Weinbergen, Olivenhainen und Sandstränden. Eine unendliche Vielfalt an Farben, Formen und Duften prägt unsere Vorstellung von dieser zauberhaften Gegend. Geschichte, Kunst und Kultur sind hier so geballt und einmalig dicht wie kaum irgendwo in der Welt. Große Persönlichkeiten wie Botticelli, Brunelleschi, Michelangelo oder die Medici waren hier zu Hause. Allein die zahlreichen, einzigartigen kulturhistorischen Zeugnisse aus vergangenen Epochen in dieser Landschaft sind überwältigend! Kleine und große Juwele des Städtebaus zwischen Arezzo, Siena und Massa Maritima bieten ein ganz unvergleichliches Lebensgefühl. Gelebte Gastfreundschaft, Lebensfreude, bodenständige Küche und grandiose Weine – all das ist die Toskana: Es lohnt sich, sie mit allen Sinnen zu erleben und zu genießen. Willkommen im Land des Dolce Vita!“ 

Tagesleistung: 153 km, 2.114 hm, 2.163 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 21,50 km/h.

Do., 10.09.2015, Pisa – San Gimignano (4)

Entgegen unserer Planung fahren wir nicht mit dem Rennrad nach Pisa (90 Tsd. Einwohner, davon 40 Tsd. Studenten!), sondern mit dem PKW. Natürlich wollen wir den „Schiefen Turm“ besichtigen. Er ist das wohl bekannteste geneigte Gebäude der Welt und Wahrzeichen der Stadt.

„Der Turm war als freistehender Glockenturm (Campanile) für den Dom in Pisa geplant. 12 Jahre nach der Grundsteinlegung am 9. August 1173, als der Bau bei der dritten Etage angelangt war, begann sich der Turmstumpf in Richtung Südosten zu neigen. Daraufhin ruhte der Bau rund 100 Jahre. Die nächsten vier Stockwerke wurden dann schräg gebaut, um die Schieflage auszugleichen. Danach musste der Bau nochmals unterbrochen werden, bis 1372 auch die Glockenstube vollendet war. Der Grund für seine Schieflage liegt in dem Untergrund aus lehmigem Morast und Sand, der sich unter dem Gewicht verformt. Neuesten Ausgrabungen zufolge steht er am Rand einer ehemaligen Insel direkt neben einem antiken, zur Bauzeit bereits versandeten Hafenbecken. Die Schieflage des Turms beträgt nach Ende der Sanierungsarbeiten rund vier Grad, entsprechend einer Auslenkung an der Spitze von 3,9 m (bei rund 55,8 m Höhe). Im Inneren des Turmes hängt ein Pendel, welches oben in der Mitte befestigt ist, durch die Schieflage unten allerdings beinahe die Seitenwand berührt.Im Jahre 1987 wurde das Ensemble aus dem Turm, der benachbarten Kathedrale, dem Baptisterium und dem Friedhof von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt“ (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Pisa).

Nach dem Start mit dem Rennrad in Pisa fahren wir ca. 15 km bis ans Mittelmeer und sind in Marina di Pisa. Anschließend geht es 5 km gen Süden der Küste entlang. Nach 60 gefahrenen Kilometern wird es hügelig und wir erreichen die Höhe von 540 m. Nun sehen wir die wunderschöne Landschaft der Toskana. Hier fahren wir ca. 20 km auf- und abwärts, zuletzt schließlich hinauf in die schöne Stadt San Gimignano (320m, ca. 9 Tsd. Einwohner, Weltkulturerbe). Von den einst 72 Geschlechtertürmen existieren in San Gimignano heute noch 15. Die beiden höchsten, der Torre Grossa aus dem Jahr 1311 und der Torre della Rognosa weisen eine Höhe von 54 bzw. 51 m auf.

Da wir heute später starteten, fahren wir nur bis San Gimignano. Nach Besichtigung der eindrucksvollen Stadt fahren wir im PKW nach Siena, wo wir übernachten.

„Die Stadt Siena (ca. 55 Tsd. Einwohner) ist bekannt für den Palio di Siena, ein Pferderennen, das am zentralen Platz Piazza del Campo ausgetragen wird. Bei dem Rennen, das seit dem Mittelalter eine sehr große Bedeutung für Siena hat, treten zweimal im Jahr jeweils zehn der 17 Bezirke (Contrade) der Stadt gegeneinander an. Siena gilt als eine der schönsten Städte der Toskana und Italiens. Sie hat den mittelalterlichen Charakter der italienischen Gotik erhalten. Die historische Altstadt gehört seit 1995 zum UNESCO-Welterbe. Die Universität Siena, gegründet 1240, gehört zu den ältesten Universitäten Italiens und wird heute von etwa 20.000 Studenten besucht“ (siehe https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Siena?uselang=de).

In einem guten Restaurant genießen wir auch mal einen guten Wein aus der Toskana. 

Tagesleistung: 110 km, 833 hm, 578 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 23,50 km/h.

Fr., 11.09.2015, Siena - Santa Maria (5) 

Im schönen Hotel, gelegen nördlich von Siena, schlafen und frühstücken wir gut. Die heutige, hügelige Rennradtour ist länger und bringt fast doppelt soviele Höhenmeter wie gestern, jedoch dürfen wir ca. 1.000 m mehr abwärts fahren. Nach 40 km - kurz vor Sinalunga - erreichen wir mit 512 m den höchsten Punkt des Tages.

Unsere Strecke geht anschließend 10 km durch das Tal des Flusses Sentiero della Bonifica. Nach 85 km erreichen wir den Ort Castiglione del Lago. Jetzt sind wir an dem großen Lago di Trasimino (128 m², 238 m Höhe, Schiffsverkehr) und hier beginnt die Provinz Perugia. Ca. 10 km fahren wir am See entlang. Dort bietet sich eine Pause an.

Nach ca. 125 km kommen wir in die Stadt Perugia [pe'ruːd͡ʒa, ital. Ausspr.] (ca. 470 m). Sie ist die Hauptstadt der Region Umbrien und der Provinz Perugia, mit ca. 166 Tsd. Einwohnern. Durchfahren haben wir die Region Lazio und sind jetzt in Abruzzen. Nun führt uns die Strecke noch ca. 20 km und 250 hm abwärts nach Santa Maria degli Angeli, wo wir mit Blick auf die weltberühmte Stadt Assisi übernachten.

Assisi ist eine Stadt (ca. 28 Tsd. Einwohner) im mittelitalienischen Umbrien. Sie ist Geburtsort des Hl. Franz von Assisi (auch Hl. Franziskus), des Gründers der Minderen Brüder (heute: Franziskaner oder Minoriten) und der Hl. Klara, der Gründerin des Klarissenordens. Das mittelalterliche Stadtbild mit Stadtmauer und Festungsruine Rocca Maggiore ist noch gut erhalten und wurde im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt.
Dass im Jahr 1944 Assisi vor Kampfhandlungen u. damit möglicherweise vor der Zerstörung gerettet wurde, verdankt die Stadt dem damaligen Kommandanten der dt. Besatzungstruppen, Oberst Valentin Müller (1891–1951).
Die Doppelkirche San Francesco, mit deren Bau 1228 begonnen wurde (in drei Ebenen am westlichen Ende der Stadt errichtet), wurde am 26. September 1997 bei einem schweren Erdbeben stark beschädigt, wobei vier Menschen ums Leben kamen. Die bei dem Erdbeben beschädigten, unter anderem von Giotto und Cimabue stammenden Fresken in der Ober- und Unterkirche (um 1300 begonnen), wurden restauriert. Die Basilika San Francesco gehört wie die anderen franziskanischen Pilgerstätten in Assisi seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Der neuere Teil Assisis liegt am Fuß des Berges um die Kathedrale Santa Maria degli Angeli herum, welche die kleine Portiunkula-Kapelle umschließt, in der Franziskus gestorben ist. Santa Maria degli Angeli ist die siebtgrößte Kirche der Welt. In dieser Kirche fand 1986 und 2002 das interreligiöse Weltgebetstreffen statt“ (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Assisi).

Tagesleistung: 148 km, 1.565 hm, 1.543 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 25,80 km/h.

Sa., 12.09.2015, Ponte della Lama – Capestrano (6)

Mit dem Auto fahren wir in über 2 Stunden die ca. 170 km über Spoleto, Terni, Cittaducale, Antrodoco, Arrischia an die Abzweigung Pontedella Lama und sind dann im Gran Sasso Gebirge. Auf dem Weg dorthin geht es auch kurz durch die Provinz Latium.

„Der Gran Sasso d’Italia (kurz Gran Sasso, deutsch etwa „großer Fels Italiens“) ist ein Gebirgsmassiv in der Provinz Teramo (Abruzzen) und das höchste Gebirge auf der Apenninen-Halbinsel. Höchster Gipfel des Gran Sasso ist der Corno Grande mit 2.912 m. An seiner Nordseite befindet sich der südlichste Gletscher Europas, der Ghiacciaio del Calderone (Calderone-Gletscher). Nach Südosten geht das in der Eiszeit gebildete, markant geformte Gebirge in die 1.600 bis 2.200 m hoch gelegenen karstigen Hochebenen des Campo Imperatore über. Die Niederschläge aus diesem Gebiet der Hochebenen speisen nach ca. einem Monat und über 1.600 Höhenmetern die etwa 30 km Luftlinie entfernt liegenden drei Quellengebiete der Stadt Popoli.
Zwei der Gebiete dienen zur Trinkwassergewinnung Popolis bzw. der Städte Pescara und Chieti, die ehemaligen Flüsse dieser Quellen existieren nicht mehr. So erhält der Fluss Pescara nur noch das Wasser eines Quellengebietes, das heute unter Naturschutz steht und zu dem größten Vogelschutzgebiet der Abruzzen gehört. Durch einen Unfall bei der Tunnelbohrung im Gran Sasso wurde einer der unterirdischen Seen angebohrt. Das Tiefenwasser lagert über 20 Jahre in verschiedenen Seen, bis es mit über 7000 Litern pro Sekunde aus dem Fels tritt.
Das Gebirgsmassiv wirkt gerade aus Richtung Osten ausgesprochen eindrucksvoll, da die Küste der Adria nur etwa 30 km entfernt ist. Von Pescara, ca. 50 km entfernt, aus sieht der Gran Sasso aus wie eine schlafende Frau und wird deshalb „la bella addormentata“ – die schlafende Schöne – genannt und auf Postkarten verewigt“ (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Gran_Sasso_d%E2%80%99Italia).

Unser Start beginnt in Höhe von ca. 1.470 m, anschließend geht es ca. 17 km bergab auf die Höhe von 1.000 m. Nach 30 km erreichen wir 1.785 m, auf 5 km geht es hernach 130 hm runter. Dann biegen wir in Richtung Campo Imperatone ab und erreichen bei heftigem Gegenwind nach ca. 7 km das Ende der Gebirgsstraße, in der Höhe von 2.100 m, also nach insgesamt 47 km!

Nach einer Pause auf dem Campo Imperatone beginnt die Abfahrt. Leider ist dann unsere geplante Strecke an die Adria, über Farindola und vorbei am Lago di Penne, gesperrt. So müssen wir eine andere fahren und kommen schließlich über Castel del Monde bis an die Strada Stratale 153 della Valle di Tirino, in der Nähe des Ortes Capestrano. Aus Zeitgründen ist hier Ende der heutigen Etappe - schade!

Im Auto fahren wir dann nach Francavilla al Mare (ca. 50 m ü. M.), wo wir übernachten.

Tagesleistung: 120 km, 1.750 hm, 2.820 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 21,30 km/h.

So., 13.09.2015, Francavilla – Termoli (7)

Nach einer Morgenandacht starten wir die geplante zweitlängste Tagestour mit 190 km. Wir fahren fast immer an der Adria entlang, dennoch ist die Strecke hügelig. Es geht heute auch durch die Stadt Ortona, deren traurige Geschichte hier erwähnt werden soll.

"Die sehr alte Stadt wurde 803 von den Franken erobert. Nach militärischen Zwischenspielen geriet die Stadt schließlich im 13. Jahrhundert unter neapolitanische Oberhoheit. 1258 wurden die Gebeine des Apostels Thomas nach Ortona überführt - ein Indiz dafür, dass die Stadt damals bedeutend gewesen sein muss. Sie liegen heute in der öffentlich zugänglichen Krypta in der Kirche San Tommaso (Saint Thomas).

1943 nach 6 Monaten Bombardement Ortonas durch die Alliierten, dem Durchbruch der Gustav-Linie, eine Verteidigungslinie der deutschen Wehrmacht südlich von Ortona, kam es vom 20. bis 28. Dezember zu einem längeren Gefecht zwischen deutschen Fallschirmjägern und Einheiten der 1. kanadischen Infanterie-Division (Schlacht um Ortona). Winston Churchill bezeichnete den mit äußerster Härte geführten Häuserkampf als "Stalingrad Italiens", da vergleichbar mit der russischen Stadt die Häuser fast völlig zerstört wurden.

Ein von der "SD Cinematografica" produzierter Dokumentarfilm "Ortona 1943: ein blutiges Weihnachtsgeschenk" erzählt die Hintergrundgeschichte der schwersten Zeit im zwanzigsten Jahrhundert.

Zum Gedenken an diese Zeit wurde 2006 ein Mahnmal für die gefallenen Kanadier, die im Soldatenfriedhof „Moro River Canadian War Cemetery“ im Süden der Stadt liegen, in der Innenstadt von Ortona errichtet. Die Schlacht um Ortona ist für die kanadische Armee eine der bedeutendsten und verlustreichsten Schlachten im Zweiten Weltkrieg" (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Ortona).

Wir passieren etliche Orte mit Adria-Stränden und beenden aufgrund der hohen Tagestemperaturen bereits nach 88 km die heutige Tour. Unser Chauffeur holt uns in der Badestadt Termoli ab. Mit ihm fahren wir nach Manfredonia, wo wir im gebuchten Hotel direkt am Meer übernachten.

Manfredonia ist eine Stadt mit ca. 58 Tsd. Einwohnern in der Provinz Foggia. Sie liegt an der Küste und am Südrand des Gebirgszugs Gargano, der Teil des Parco Nazionale del Gargano ist.

In der schönen Hafenanlage wählen wir unter den vielen Restaurans das für uns schönste aus. Die Wahl war richtig, denn das Abendessen ist sehr gut.

Tagesleistung: 88 km, 609 hm, 657 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 23,20 km/h.

Mo., 14.09.2015, Manfredonia – Altamura (8)

Heute bleiben wir in der Region Apulien. Am Anfang dieser Tour sehen wir Reservationsgebiete, u.a. Valle Lago Salso, ferner viel Landwirtschaft. Dort finden sich große Hafenstädte, u.a. Barletta (95 Tsd. Einwohner).

Die große Hafenstadt Bari meiden wir und biegen ins Landesinnere ab. Es ist die Hauptstadt der Region Apulien. Dort wohnen ca. 323 Tsd. Menschen. Sie ist eine bedeutende Hafen- und Universitätsstadt an der Adria. Der Hafen von Bari bietet Fährverbindungen nach Dubrovnik, Bar, Durrës, Patras und Korfu. Auch ist dort ein internationaler Flughafen.

Bei der Tour im Landesinneren kommen wir nach 90 km in die Stadt Ruvo di Puglia (26 Tsd. Einwohner), wo wir von der Meereshöhe zunächst auf ca. 250 hm und zuletzt auf 600 hm fahren müssen. Danach geht es durch den Nationalpark Alta Murgia (680 km²). Seinen Namen erhielt er von der Murgia, einer felsigen Kalkhochebene, in der er liegt.

Wiederum ist ein heißer Tag, dennoch halten wir durch und erreichen den Bahnhof Altamura (70 Tsd. Einw.). 4 km ist die Tour länger als geplant, aber streckenweise führt sie uns durch eine beeindruckende Landschaft.

Leider können wir mit dem PKW die Entfernung von etwa 260 km in die Küstenstadt Paola am Mittelmeer nicht zu schnell fahren. Deshalb kommen wir erst gegen 21 Uhr an. Nun sind wir in der Region Kalabrien. Vom Hotelpersonal werden wir dann noch in ein Restaurant (ist teuer) gefahren, das sich im engen Zentrum und am Hang der Meeresstadt Paola befindet.

Tagesleistung: 138 km, 867 hm, 431 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 22,70 km/h.

Di., 15.09.2015: Paola - Pizzo (9)

Um auf Sizilien heute nicht zu spät anzukommen, wollen wir um 8 Uhr starten. Nachdem die gestrige Tour nicht so anstrengend war, setzen wir die ersparten Kräfte heute ein. Am schönen Mittelmeer geht es entlang, manchmal allerdings herrscht viel Autoverkehr und öfters gibt es Blicke auf schmutzige Orte und leider auch "sich anbietende Frauen" an den Hauptstraßen.  

Aufgrund der Fährenüberfahrt und längeren Strecke nach Sizilien, beenden wir in Pizzo diese Tagestour. Fast zwei Stunden müssen wir im Fährhafen Lungomare Porte warten, bis dann endlich gegen 17 Uhr die etwa halbstündige Fährenfahrt nach Messina/Sizilien erfolgt. Leider ist die seit langem geplante 3 km lange Brücke nach Sizilien bis heute nicht begonnen.

Jetzte sind wir unserem Ziel Sizilien näher gekommen. Mit dem Auto heißt es dann aber noch ca. 180 km – vorbei am Ätna - nach Avola zu fahren. Unser dortiges, kleines, aber Hotel mit schönen Zimmern, liegt keine 300 m vom Meer entfernt. Im angebauten Gebäude ist ein gutes Restaurant, in dem wir das Abendessen einnehmen.

Bei herrlichem Wetter und hoher Temperatur blicken wir mutig auf den morgigen Tag.

„Sizilien ist mit 25.426 km² die größte Insel im Mittelmeer ... Die Küstenlänge beträgt 1152 Kilometer. Gemeinsam mit einigen ihr vorgelagerten kleineren Inseln bildet sie die Autonome Region Sizilien der Italienischen Republik. Die Insel Sizilien liegt südwestlich vor der „Stiefelspitze“ Italiens und ist der Überrest einer Landbrücke, die einst Europa und Afrika verband.
Das geographisch markanteste Merkmal der Insel ist der Vulkan Ätna. Die größten Städte sind Palermo, das auch Hauptstadt der Autonomen Region Sizilien ist, Catania, Messina und Syrakus.
Wie andere Teile Süditaliens leidet Sizilien unter der organisierten Kriminalität durch die Mafia“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Sizilien).

Tagesleistung: 82 km, 865 hm, 204 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 28,20 km/h.

Mi., 16.09.2015, Palazzola Acreide - nach 2 km Unfall!!! (10) 

Wir entschließen uns, den geplanten 152 km Rundkurs Pizzo - Palazzola - Capo Passero - Pizzo aufgrund der Hitze und im Blick auf eine heutige Schlussfeier der Tour um 40 km zu kürzen. Deshalb fahren wir mit dem Auto nach Palazzola Acreide. Im Zentrum der 670 m hoch gelegenen und beeindruckenden, engen Stadt (9 Tsd. Einwohner, seit 2002 UNESCO-Welterbe), findet auf einem zentralen Platz vor dem Gymnasium eine öffentliche Gebetsstunde statt, die wir zeitweise miterleben.

Der Start beginnt mit einer sehr steilen, etwa 500 m langen Bergfahrt aus der Stadt. Oben angekommen, genießen wir die Blicke auf die Stadt und die Landschaft drum herum. Wir Rennradler beginnen die Abfahrt, die 35 km lang ist. Jedoch habe ich schon nach 2 km einen so schweren Sturz, dass diese schöne Tour nun leider zu Ende ist. Nach ca. einem halben Kilometer auf der Abfahrt platzt bei einer Geschwindigkeit von 46 km/h der Vorderreifen (wurde kurz vor Beginn dieser Tour montiert). Mich schleudert es gegen die stählernen Leitplanken und dann zurück auf die Straße. Ich erleide schwerste Verletzungen und muss mich in Deutschland etlichen operativen Eingriffen unterziehen.

Tagesleistung: 2 km, 76 hm, 473 tm, Durchschnittsgeschwindigkeit 13,30 km/h.

 

Do., 17. bis Sa., 19.09.2015 Heimreisen

Meine zwei Rennradfreunde fahren am Donnerstagvormittag mit dem Omnibus zum Flughafen Catania.

Da ich mit den Verletzungen nicht fliegen darf, fährt mich unser bester Chauffeur im bequemen Fahrzeug, mit zwei Übernachtungen, nach Hause, bzw. direkt in das auf meine Ankunft vorbereitete Krankenhaus. Dort werde ich an diesem Samstag sofort operiert. Nach mehr als vier Wochen Klinik und anschließender Reha bin ich jetzt am "Wiederaufbau", der auch auf dem Rennrad beginnen wird, aber sicher nicht mehr auf demselben Reifen!

Die Tour mit den zwei Rennradfreunden war wunderschön und das werden wir nicht vergessen. Ein erneuter herzlicher Dank wird unserem "besten Chauffeur" ausgesprochen!

"Bemühe Dich, Fröhlichkeit auszustrahlen,
auch wenn Dir nicht danach zumute ist."

(H. Jackson Brown Jr., Nr. 215)